Ein Lymphom-Blog

Die Diagnose „Krebs“ trifft einen meist sehr unvorbereitet. Und wenn sie einen trifft, wird sie oft verschwiegen.

Vielleicht aus Angst, aus Scham oder weil Worte fehlen.

Als ich meine Krebsdiagnose bekam, wollte ich das nicht. Ich wollte erzählen, was passiert, ehrlich, ungeschönt, persönlich. So entstand dieser Blog.

Inzwischen ist er mehr als nur die Geschichte meiner Erkrankung. Er ist auch die Geschichte danach, über das Leben mit den Nachwirkungen, mit mir selbst, mit dem, was sich verändert hat.

Es geht um mentale Gesundheit, um Neurodiversität, um den Versuch, mich in einer lauten Welt neu zu sortieren.

Wie mein Weg mit der Lymphom-Diagnose begann, kannst du im Beitrag „Manchmal geht es schnell“ lesen.

  • Nachhall

    Zwei Wochen. Und ich merke, dass ich immer noch nicht ganz zurück bin. Es waren zwei Konferenzwochen. Einmal als Mitorganisator und Speaker, einmal „nur“ als Speaker – wobei dieses „nur“ beim Schreiben schon seltsam wirkt. Als wäre das weniger. Es ist, als stünde man auf einer Bühne und spräche über etwas, das einem wirklich am Herzen liegt, während es nebenbei passiert. Das ist nicht der Fall. Die Wochen davor waren bereits von Anspannung geprägt, die ich vielleicht unterschätzt, vielleicht nur…

    Weiterlesen: Nachhall
  • Das Dazwischen

    Am Freitag war die dritte Kontrolluntersuchung nach Abschluss der Chemotherapie. Ein Termin, der nüchtern betrachtet unspektakulär ist. Blut abnehmen. Ein ausführliches persönliches Gespräch. Werte anschauen. Nicken. „Alles im Normbereich.“ Und doch war da etwas, das mich überrascht hat. Es war die schlichte Tatsache, dass inzwischen zwei Jahre vergangen sind. Zwei Jahre seit der Diagnose. Zwei Jahre seit diesem gefühlt ad hoc gestarteten Übergang in ein Leben, das plötzlich ein anderes war. Zeit ist ein merkwürdiges Ding. Sie vergeht, ohne sich…

    Weiterlesen: Das Dazwischen
  • Krefelder

    „Es gibt solche und solche, und Krefelder.“ Dieser Satz, diese Aussage, diese schlichte, aber wahre Zusammenfassung eines Gemütszustands begleitet mich seit frühen Jugendtagen. Viele Jahre lang war es immer nur eine dahergesagte Phrase. Hier und da einfach mal in Gesprächen eingestreut. Oftmals einfach nur gesagt, um etwas zu sagen. Aber ebenso oft habe ich diese Aussage bemüht, um meinen familiären Hintergrund mit meinen Eltern und der erweiterten Verwandtschaft über drei Generationen hinweg schlüssig zusammenzufassen. Denn nichts bringt es so auf…

    Weiterlesen: Krefelder