Der Umgang mit der Diagnose und mit der Chemotherapie ist durchaus eine Belastung, nicht nur für den Körper, sondern auch für Geist und Seele. Dem gewahr zu werden und es sich einzugestehen, war eine besondere Aufgabe für mich. Was mir immer hilft, Gefühle und Gedanken zu sortieren, ist Musik. In dieser Woche ist mir das sehr bewusst geworden.
Eigentlich spricht man ja nicht über das Alter, aber ein Rückblick auf die eigene Musikwahrnehmung und insbesondere, das Fan-sein, macht es unvermeidlich. Seit knapp 41 Jahren begleitet mich nun schon die Musik von Depeche Mode. Und sie hatte immer, ja immer, den passenden Sound und die passenden Songtexte für mich parat.
Warum ist mir das in den letzten Tagen so bewusst geworden? Ich war auf zwei der drei letzten Konzerte der Memento Mori Tour in Köln. Insbesondere das finale Abschlusskonzert hat mich nachhaltig berührt. Es ist nicht so, dass mir das zum ersten Mal aufgefallen ist, aber unter den aktuellen Umständen hat es noch einmal eine andere Bedeutung für mich. Natürlich gilt dies nicht nur für die Musik von Depeche Mode, aber für diese ganz besonders. Andere Musik, die ähnlich oft den Punkt trifft, aber auf anderen Ebenen, kommt von New Model Army und Iron Maiden.
Für andere Menschen wird sicherlich ein anderer Musikstil eher zugänglich sein, für wieder andere ist es vielleicht eher die Ruhe und die Meditation, die hilft. Für mich selbst bringt selbst laute Musik Ruhe in Kopf und Seele. Und das ist wunderbar. Musik tut mir einfach gut.
Ich möchte noch ein paar Worte zur Frisur verlieren.
Nach der Rasur ist vor der Rasur. Es gibt immer noch ein paar widerspenstige Haare, die einfach weiterwachsen wollen. Und das sowohl auf dem Kopf, als auch als Bart. Interessanterweise hat sich die Beschaffenheit der langsamer nachwachsenden Haare verändert. Sie sind deutlich weicher als früher, sind aber auch nicht vergleichbar mit Flaum, oder gar Unterwolle. Also musste ein Glatzenrasierer her. Es ist spannend, wie viel Varianten einem angeboten werden, wenn man danach sucht. Aber es geht aber nicht ohne. Es gilt nun die Glatze fein in Form zu halten. Oder, um es frei zu zitieren: „So sieht es aus wie eine Frisur und nicht wie eine Diagnose.“
Übermorgen ist dann die dritte Chemotherapie. Mal sehen, wie es mir danach geht.
Passt auf euch auf.



![Schwarz-weiß-Foto mehrerer Depeche-Mode-Schallplatten und CD-Cover, die überlappend auf einer Fläche liegen. Zu sehen sind unter anderem Cover mit den Titeln „Master and Servant“, „Where’s the Revolution [Remixes]“, „Behind the Wheel“, „A Question of Time“ sowie das Album „Playing the Angel“ mit den charakteristischen weißen Engelsflügeln. Die Gestaltung zeigt typische grafische Elemente wie Ketten, abstrakte Formen und kontrastreiche Typografie.](https://indolent.blog/wp-content/uploads/2024/04/depechemode-sw.png?w=800)
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