Ein Lymphom-Blog

Schnellentladung

Akku-Schnellentladung. So lässt sich am besten beschreiben, wie sich mein Körper gegenwärtig anfühlt, wenn es um körperliche Anstrengung geht. Sei es das Gehen auf einer langsam aber stetig ansteigenden Steigung, oder das (altbekannte) Treppensteigen. Gerade das Treppensteigen frisst Akkuenergie, ganz so, als ließe man ein Mobiltelefon in der Sonne liegen. Im dem einen Moment zeigt der Ladestand noch 80%, du öffnest eine App und zack, sind es nur noch 30%. Nach zwei Etagen ist erstmal Schluß und eine Pause fällig.

Der Gedanke, dass dies durch stetes Laufen und in Bewegung bleiben besser würde, scheint eine Illusion zu sein. Der Prozess der Wiedererlangung der Kraftreserven dauert.

Was am meisten an meinem Kopf zerrt ist die (meine) Tatsache, dass ich das Schwinden der Energie nicht wirklich bemerkt habe. Das geschah, ganz hinterhältig, still und leise im Hintergrund. Vielleicht ist es auch das, was meinen Verstand immer wieder mal anknurbst.

Nichtsdestotrotz gab es in dieser Woche auch Gutes und Schönes. Zum einen ist das nächste Corona-Update im Arm. Als Mitglied einer Risikogruppe muss man nun auch nicht mehr diskutieren, ob man einen Booster bekommen kann, darf oder soll. Rein damit und weiter geht es.

Das zweite Ereignis war der Besuch beim Friseur. Nach langer Zeit wieder die Haare geschnitten zu bekommen, war ein ganz besonderes Gefühl. Das Wort „Glücksgefühl“ trifft es nicht so ganz. Es war noch etwas Anderes dabei. Es ist einfach ein weiterer Schritt in Richtung einer Normalität meiner Lymphom-Reise.

Bis dahin. Man sieht sich.

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