Es gab noch einmal Nachschlag. Am Samstag hab ich mir eine weitere gesunde Dosis Live-Musik gegönnt. Mit New Model Army war es diesmal eine ganz andere Art an Seelenmusik, die mir auch an ganz anderen Stellen gut tut.
Mich erreicht oft die Frage, warum ich so positiv mit einer doch so erschreckenden Diagnose umgehe. Mir persönlich erscheint diese Frage immer ein wenig unverständlich, da ich die Diagnose gar nicht als erschreckend wahrnehme. Dies hat, aus meiner Sicht, ganz unterschiedliche Gründe.
Zum Einen habe mit meinem Non-Hodgkin Lymphom aktuell Glück im Unglück (und ja, ich klopf zum wiederholten Male schnell auf Holz). Dass ich die Chemotherapie so gut vertrage spielt auch eine wichtige Rolle, da ich weiterhin Arbeiten und meinen Gedanken folgen kann. Sicherlich wirst du nun sagen, dass Arbeiten nicht Alles ist. Das stimmt. Wenn du aber (mehr oder weniger) dein Hobby zu deinem Beruf gemacht hast und die Übergänge zwischen Arbeit, Community-Tätigkeiten und Lernen fließend sind, dann hast du eine andere Sicht darauf. Für mich gibt es keine strickte Trennung zwischen „Gesundheit geht vor“ und dem „Arbeiten“. Was sich für mich jedoch verschoben hat, ist die Wahrnehmung des mentalen und körperlichen Batteriestandes. Ich brauche mehr Pausen. In der Vergangenheit habe ich vielleicht nicht immer optimal mit der Energie gehaushaltet (ich sehe jetzt förmlich das Stirnrunzeln und die eine oder andere Augenbraue), aber das ist nun anders. Wirklich.
Ein weiterer wichtiger Punkt, der sich ungemein positiv auf mich auswirkt, ist all die Kommunikation mit Menschen im nahen Familienumfeld, im Freundeskreis, mit KollegInnen und auch mit fremden Menschen. Ich schätze die Kommunikation so sehr, da sie mir auf so vielen Ebenen gut tut. Dazu gehört auch, dass es gut ist, Menschen zu erklären, was ein Lymphom ist, wie es bei mir diagnostiziert wurde und wie ich damit umgehe. Vielleicht ist es auch ein wenig von Vorteil, dass ich es als Trainer gewohnt bin, Dinge zu erklären. Es macht einfach Spaß.
Zeit verfliegt. Ich merke dies gerade jetzt, in dieser besonderen Situation, sehr deutlich. Die Tage und Wochen verfliegen einfach nur so. Inzwischen ist des Halbzeit bei der Chemotherapie. Mit manchen Menschen habe ich regelmäßig Kontakt, mit manchen weniger. Und das ist total ok. Es soll Menschen geben, die sich in eine Negativspirale begeben, wenn sich anderen Menschen nicht oder regelmäßig melden. Ich möchte erst gar nicht anfangen, hierzu detaillierte Beispiele aufzuführen. Ich freue mich einfach, wenn sich jemand meldet. Das gehört zu meinem niederrheinischen Freudebausatz. Punkt.
Da sich mein Geburtstag nähert, habe ich in diesem Jahr eine Spendenaktion für den Verein Eisvogel e.V. gestartet. Wenn du teilnehmen möchtest, kannst du einen der beiden folgenden Links nutzen.
Ich sage schon jetzt: Danke 🙂
Wir sehen uns.




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