Bei Gicht denkt man zuerst, aus welchen Grunde auch immer, dass es etwas ist, was alte Menschen ereilt. Aber dabei ist diese Stoffwechselerkrankung auf kein bestimmtes Alter festgelegt. In den letzten Tagen hat sich die Erkrankung mal wieder überlegt, bei mir vorbeizuschauen.
Die Schwellung am Fußgelenk habe ich zuerst gar nicht wirklich wahr(ernst)genommen. So richtig realisiert habe ich sie erst, als sie sich schmerzhaft ihre Aufmerksamkeit in meinem Bewusstsein erkämpft hat. Wenn man beginnt, sich mit einer Schmerzverhinderungshaltung zu bewegen, läuft irgendwas nicht richtig (Achtung Wortwitz). Die Assoziation zur Gicht kam jedoch erst später.
Im Rahmen der Chemotherapie-Erhohlungsphase habe ich das Ganze irgendwie mental beeinträchtigt verortet. Kam von alleine, geht von alleine. Erinnern wir uns da nicht irgendwie an den Anfang dieser Reise? Nun ja, der menschliche Geist denkt manchmal auf seltsamen Wegen.
Der selbstverordnete medizinische Weg brachte keine Besserung, aber auch keine Verschlimmbesserung. Endlich reifte in mir doch die Idee, von der Notfalltelefonnummer meines behandelnden Hämatologen Gebrauch zu machen. Und was soll ich sagen. Das Gespräch war noch keine 30 Sekunden alt, ich noch mitten in der Schilderung der Situation, hörte ich die Frage von der Gegenseite: „Hatten Sie schon mal mit Gicht zu tun?“
Und da sickerte es langsam in meine Erinnerung. Ich kann gar nicht genau sagen, wann dies genau war. Aber ja, da war mal was. Und genau auch an dem Gelenk. Und nachdem sich nun so langsam auch das gleiche Gelenk des anderen Fußes anschickte „Hallo“ zu sagen, war es an der Zeit zu handeln. Ich konnte die Frage, ob ich noch eines der Begleitmedikamente zur Verfügung hatte, nur bejahen. Mein Arzt gab mir die Empfehlung, die Tablette in halber Dosierung einzunehmen. Und schon nach Einnahme der ersten halben Tablette trat eine spürbare Verbesserung des Zustandes ein. Hier fiel mir erst mal so richtig auf, dass, wenn eine halbe Tablette diese Wirkung hat, was hat sie erst bewirkt, als ich sie während der Therapie als ganze Tablette eingenommen habe. Was für ein Zeug.
Die Schmerzen waren schon mehr als unangenehm. Wenn man mich fragen würde, wie groß die empfundenen Schmerzen auf einer Skala 1 – 10 waren, dann tendiere ich, zumindest was einzelne Schübe anging, zu einer 8. Und wenn sich jetzt einige der Lesenden an die Geschichte mit dem Goldenen Finger erinnern, das war damals eine sieben. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.
Nach dieser schmerzhaften Erfahrung hat sich das Thema Gicht wieder in den Vordergrund geschoben. Und da es direkte Auswirkung der Harnsäurewerte im Blut ist, ist es automatisch ein Ernährungsthema. Ergo gilt es nun, wieder stärker auf Nahrungsmittel zu achten, die sich negativ auf die Harnsäurewerte auswirken. Es ist ja nicht so, als hätte ich das „damals“ nicht auch schon getan. Rückblickend zeigt es mir, dass sich Gewohnheit immer schnell und gerne einschleicht. Die letzten Monate haben mir jedoch gezeigt, das es sich lohnt, genau hinzuschauen. Dann mache ich das jetzt mal.
Die Reise geht weiter.
Wir sehen uns.




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