Ein Lymphom-Blog

Sonnenblume

Beim Brainstorming zur Tagline und Logoentwicklung für meinen Talk „If the Royals can do it, you can do it“ mit Béa Beste habe ich wieder etwas Neues gelernt. Bis zu diesem Tag war es mir vollends unbekannt, dass die Sonnenblume als Symbol verwendet wird, um auf eine nicht sichtbare Erkrankung hinzuweisen.

Die Webseite „Hidden Disabilities Sunflower„, oder kurz HDS, hat es sich zur Aufgabe gemacht, den unsichtbaren Beeinträchtigungen mehr Sichtbarkeit zu geben. Und das ist gar nicht so trivial, wie man meinen möchte. Manche Menschen stellen einem die Frage, ob man denn eine Behinderung habe, weil man „nicht so aussieht, als hätte man eine Behinderung“.

Die Sonnenblume ist in diesem Fall ein einfaches Symbol, mit dem man als betroffene Person freiwillig mitteilen kann, dass man eine versteckte Behinderung hat. Mit dem Tragen der Sonnenblume teilt man anderen Menschen mit, dass man zusätzliche Hilfe, Verständnis oder einfach mehr Zeit braucht. Aktuell führt die HDS-Webseite 910 gesundheitliche Beinträchtigungen auf. Als ich durch die Liste geblättert habe, war ich erstmal sprachlos.

Der „Sunflower“-Anhänger des Berlin Brandenburg Airport

Die Sunflower-Aktion ist in Deutschland interessanterweise arg unterrepräsentiert. Es scheint, als wäre der öffentliche Umgang mit gesundheitlichen Herausforderungen ein Tabuthema. Dies zeigt sich auch dadurch, dass die Webseite aktuell keine Inhalte auf Deutsch anbietet. Besuchende aus Deutschland fallen in die Länderkategorie „Other countries (Rest of world – ROW).

Am Flughafen BER war mir in der Vergangenheit in Terminal 1 der Aufsteller zur Sunflower-Aktion zwar aufgefallen, aber irgendwie hatte es nicht „Klick“ gemacht. Während des Gespräches mit Béa fielen nun die einzelnen Bausteine in meinem Kopf an ihren Platz. Und schon eröffnet sich sich ein neues spannendes Themenfeld.

Gerade Reisende mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen stehen vor besonderen Herausforderungen. Flughäfen oder auch Bahnhöfe sind Orte, die durch ihre Architektur, ihre Wege und ihre Fülle an Menschen innere Verwirrung, Anstregung und Stress hervorrufen können. Und da sind wir noch nicht beim Problem der Hektik, die durch spontane Änderungen der Reiseverbindungen vor Ort entstehen können. Gerade die lange Wegstrecken, können eine besondere Anstrengung mit sich bringen, wie ich im letzten halben Jahr gelernt habe.

Die Idee der Sunflower wurde 2016 am Flughafen von Gatwick geboren. Da ist es nicht überraschend, dass der Schwerpunkt der Initative bei Flughäfen liegt. Inzwischen machen mehr weltweit mehr als 240 Flughäfen mit.

Ich finde es sehr verwunderlich (oder auch nicht), dass das Sunflower-Angebot in Deutschland gegenwärtig von genau zwei Flughäfen angeboten und gelebt wird, Berlin-Brandenburg (BER) und Hamburg (HAM). Da stellt sich mir unweigerlich die Frage, warum die anderen (großen) Flughäfen nicht mitmachen. Das herauszufinden, nehme ich jetzt als persönliche Aufgabe mit. Schweizer Flughäfen scheinen auch nicht mitzumachen (Grüße gehen raus). Ähnlich sieht es aus, wenn ich an die Deutsche Bahn denke. Aber die hat hinsichlich des Umgangs mit Reisenden grundsätzlich Herausforderungen und anscheinend andere Schwerpunkte.

Am Flughafen BER bekommst du dein Sunflower-Band am Informationsschalter in Terminal 1 oder bei den Mobility-Services. Ganz ohne weitere Nachfrage, ob man eine Beinträchtigung hat oder womöglich welche. Du musst nur nach dem Band fragen.

Es bleibt spannend.

Man sieht sich. Bleibt gesund.

2 Antworten zu „Sonnenblume”.

  1. HeyHo Buddy,

    Challenge accepted. Ich guck mal was da geht. Bin sehr gespannt. Wir müssen dann diesbezüglich mal telefonieren.

    Hast noch 1/2/3 Fehler im Text – hab Dir ein paar Ausrufezeichen unten rein gemalt. Take care

    ⁣BlueMail for Android herunterladen ​

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    1. Avatar von Thomas Stensitzki | MVP
      Thomas Stensitzki | MVP

      Typos fixed 🤘🏻

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