Ein Lymphom-Blog

Mentale Ruhe

Mentale Ruhe zu finden ist mir inzwischen wichtiger denn je. Und in den heutigen Zeiten ist es gleichsam schwieriger denn je. Die aktuelle Weltlage und der auf einen einprasselnde und gleichzeitig nicht enden wollende Sturm an Nachrichten wirken sich negativ auf mich aus. Es hat einige Zeit gedauert, bis ich diesen Umstand erkannt habe. Das unendliche Doom-Scrolling und suhlen in den schlechten Nachrichten der Weltgeschichte, die ich eh nicht ändern kann, wühlt mich zu sehr auf. Im Januar 2024 Twitter zu verlassen war schon mal ein guter Start. Ebenso war das Löschen des Facebook-Profils ein ebenso guter Schritt. Auf Bluesky ist es nicht per se besser. Aber mit einem selektivem Blocken von ausgewählten Trigger-Begriffen ist es auszuhalten. Die Liste der stummgeschalteten Worte ist lang.

Mentale Ruhe ist für mich eine besondere Form der Selbstfürsorge und inzwischen existenziell notwendig. Es ist jeden Tag ein Kampf, Trigger wahrzunehmen und zu schauen, wie ich sie in den beiden sozialen Medien, die ich noch nutze, kontrolliere.

Während die mentale Ruhe im Hinblick auf externe Einflüsse recht einfach zu kontrollieren ist, sieht es mit den inneren Einflüssen etwas anders aus. Damit ist nun nicht gemeint, dass es direkt eine aufgewühlte stürmische See in mir ist. Die innere mentale Ruhe ist aber nun mal keine simple Konfigurationsauswahl in einer App. Die innere mentale Ruhe muss ich mir erarbeiten. Und dies jeden einzelnen Tag. Zum Glück wird es jeden Tag besser und ein „Fitzelchen von Stückchen“ leichter.

Die Lektüre von Gabor Maté hat mir gezeigt und zeigt mir weiterhin (das zweite Buch wartet schon), wie sich meine Gedanken- und Gefühlswelt auf meinen Körper auswirkt. Rückblickend kann ich inzwischen viele durchlebte Situationen der Vergangenheit besser verstehen und einordnen. Dieses bessere Verständnis hilft mir, meine innere mentale Ruhe nachhaltig halten zu können.

In drei Wochen steht der nächste Kontrolltermin beim Onkologen an. Der Termin selbst hat sich in meinem Kopf und in meiner Gefühlswelt noch nicht materialisiert. Aber er ist trotzdem da. Wie ein guter Freund, der vor der Tür steht, aber noch nicht geklingelt hat. Die Tür werde ich sicher erst wenige Tage vor dem Termin öffnen.

Meine Reise bleibt spannend.

Bleibt gesund. Achtet auf euch.
Wir sehen uns.

PS: #ItsOkayToTalk

2 Antworten zu „Mentale Ruhe”.

  1. Avatar von inesgruschwitzoutlookcom
    inesgruschwitzoutlookcom

    schön von dir zu hören. Ich verstehe nur zu gut was du sagst und vielleicht auch was du nicht sagst. Ich denke du bist auf dem für dich sinnvollen Weg. Ich wünsche mir bald von dir zu hören! Und klar ich denke an dich und drücke die Daumen für die Untersuchung und ja jedes Mal ist es mit einem merkwürdigen Gefühl verbunden.
    Sei umarmt Ines

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  2. Avatar von ToughTimeTalk

    Ich verstehe dich nur zu gut, denn mir geht es mit News und Nachrichten sehr ähnlich. Sobald man frühs das Radio einschaltet, geht’s schon los: Die ersten Beiträge befassen sich nur mit Krieg, Streit, Katastrophen, Mord, Anschlägen und Leid. Wie soll man da überhaupt noch gut in den Tag starten können? Besonders als hypersensitiver Mensch fällt es mir einfach unglaublich schwer, mich auf gesunde Weise von solchen Themen zu differenzieren und deshalb hab ich auch vor ca. 2 Jahren angefangen, mich davon fernzuhalten. Was wirklich wichtig ist, erfährt man sowieso und den anderen Kram meide ich, weil er mich aufwühlt und mir nicht gut tut.

    Für deinen Arzttermin und deine Gesundheit wünsche ich dir alles erdenklich Gute!

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