Zwei Jahre sind vergangen. Zwei Jahre nach Abschluss der Chemotherapie.
Wie doch die Zeit vergeht.
Nun stand die vierte Lymphom-Kontrolluntersuchung an. Es war eine Mischung aus Routine und leichter Aufregung. Anspannung konnte man es in dieser Woche mit mehreren Arztterminen nicht nennen. Da war das latente Gedankenspiel vor der ersten Koloskopie deutlich lauter. Der freundliche Hinweis der MTA in der Praxis, dass es der Vene egal sei, wenn sie innerhalb weniger Tage mehrmals zum Aderlass angepiekst werde.
Für das follikuläres Lymphom ist der Zwei-Jahres-Punkt nach der Chemotherapie ein wichtiger Zeitpunkt, wie mir mein Arzt mitteilte. Meldet sich das Lymphom nach zwei Jahren nicht zurück, stehen die Chancen sehr gut, dass es eine ganze Zeit so bleibt. Meldet es sich zurück, möchte das Lymphom einem unmissverständlich mitteilen, dass es nicht vorhat, so schnell aufzugeben, um meinen Onkologen frei zu zitieren.
Glücklicherweise hat sich mein Lymphom für die erste Option entschieden. Und das sind mal gute Nachrichten
Ich war mir bis zum Gespräch nicht sicher, ob mich mein inneres Gefühl trügen wollte. Aber ich gehe aus Gründen zum Arzt. Im ausführlichen Gespräch über die persönliche Situation seit der letzten Kontrolluntersuchung wurde die positive Entwicklung erneut deutlich. Diese halbjährlichen Gespräche mit meinem Onkologen sind für mich ein wichtiger Bestandteil meines Lebens geworden. Die unterschwellige Angst vor dem ersten Termin nach Ende der Chemotherapie ist einer positiven Zuversicht gewichen. Dies ist sicher auch meiner veränderten inneren Sensorik der letzten zwei Jahre geschuldet.
Nun gilt es, die bei den Artterminen der Woche gewonnene Zuversicht in die Zukunft zu tragen. Ich freue mich sehr, dass ich in diesem Jahr zum ersten Mal auf einer Konferenz über meine Lymphom-Reise sprechen werde.
Krebs verändert einen Menschen.
Achtet auf euch und bleibt gesund.
Wir sehen uns.




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