Ein Lymphom-Blog

Ebene Wege

Der letzte Artikel ist nun schon eine Weile her. In der Zwischenzeit ist viel passiert, und noch mehr Zeit ist vergangen. Gesundheitlich hat sich vieles beruhigt. Es gibt ein paar kleinere Wehwehchen, aber nichts, was mich aus der Bahn wirft. Zumindest fühlt es sich so an (der übliche Escape-Joker).

Das Großzehengelenk ist so ein Ding. Was sich lange als diffuses Ziehen angefühlt hatte, hat inzwischen einen Namen. Hallux valgus, dazu eine ausgeprägte Arthrose im Gelenk, die keine besonders angenehme Begleiterin ist. Arthrose scheint so etwas zu sein, dass, wenn man es erstmal hat, gekommen ist, um zu bleiben. Die Orthese, die eigentlich dem rechten Fuß helfen soll, hilft in diesem Fall nicht. Sie ist für etwas anderes. Und dann ist da noch die Taubheit im rechten Fuß, die einfach bleibt. Ein konstanter Mitbewohner. Es überrascht mich immer wieder, was Medikamente mit Nerven anstellen können. Nervenbahnen sind ein kleines (großes) Mysterium. Man denkt, man kennt seinen Körper, und dann zeigt er einem eine neue Seite, von der man nichts wusste. Es soll ja nicht langweilig werden. Der linke Fuß meldet sich mit ähnlichem Verhalten. Es scheint, als wäre er ein bisschen eifersüchtig.

Konditionsaufbau ist weiterhin ein Thema, das mich begleitet. Auf ebenen Wegen läuft es gut, das ist kein Problem. Das erfordert keine Kondition. Aber Steigungen und Treppen, das sind meine Gegner. Nicht der Endgegner. Einfach nur Gegner.

2019 bin ich japanische Tempeltreppen noch mit Leichtigkeit hochgestiegen. Am South West Coast Trail waren 2023 die ungleichmäßigen Klippenstufen keine Herausforderung, eher ein Spiel. Heute fühlt es sich an, als müsste ich das neu lernen. Das ist keine Feststellung, die schwer wiegt. Es ist einfach ein Unterschied zwischen vorher und nachher, mit dem ich gut umzugehen weiß. Und es wird auch wieder werden.

Jammern hilft nicht. Ausruhen schon gar nicht. Es gilt, rauszugehen und Neues zu entdecken. Ein paar Macken am Fahr-, beziehungsweise Laufgerät werden da kein Hindernis sein.

Es ist wie immer. Es fängt mit dem Kopf an. Der Körper zieht dann nach.

Achtet auf euch und bleibt gesund.
Wir sehen uns.

Schwarzweißfotografie einer spiralförmigen Betontreppe, aufgenommen aus der Vogelperspektive. Die geschwungenen Treppenstufen und das dunkle Geländer bilden ein kreisförmiges Muster, das den Blick in die Mitte des Treppenhauses lenkt. Im Zentrum sorgt ein ringförmig angeordnetes Ensemble heller Deckenleuchten für einen starken Kontrast zu den grauen Betonflächen. Die geometrischen Formen, die Symmetrie und das Zusammenspiel von Licht und Schatten verleihen der Aufnahme eine grafische, beinahe abstrakte Wirkung.

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